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Bruttolohn und Nettolohn in der Schweiz: so wird wirklich gerechnet


Ein Schweizer Angebot von 8'000 CHF pro Monat klingt beeindruckend. Doch der Betrag, der auf Ihrem Konto landet, ist deutlich tiefer, und diese Differenz überrascht fast jeden Neuankömmling. Hier erfahren Sie, was abgezogen wird, in welcher Reihenfolge, und warum Ihr Nettolohn noch eine Ausgabe verbirgt, die nie auf der Lohnabrechnung erscheint.

Die Sozialabzüge, direkt vom Bruttolohn

Drei obligatorische Abzüge gehen weg, bevor Sie Ihren Lohn überhaupt sehen. Sie sind in der ganzen Schweiz identisch.

  • AHV / IV / EO: rund 6,25 % des Bruttolohns auf Arbeitnehmerseite. Das deckt Alter, Invalidität und Erwerbsausfall. Der Arbeitgeber zahlt denselben Betrag.
  • Arbeitslosenversicherung (ALV): 1,1 % bis etwa 148'000 CHF Jahreslohn.
  • BVG, die zweite Säule: die berufliche Vorsorge. Der Satz hängt von Alter und Pensionskasse ab, meist 7 bis 9 % des sogenannten koordinierten Lohns. Der Arbeitgeber übernimmt mindestens die Hälfte. Bei einem Bruttolohn von 8'000 CHF machen diese drei Posten bereits mehrere Hundert Franken pro Monat aus.

Die Quellensteuer, wenn Sie keine Niederlassungsbewilligung haben

Wenn Sie Ausländer ohne Niederlassungsbewilligung (Ausweis C) und ohne Schweizer Ehepartner sind, zieht Ihr Arbeitgeber die Steuer direkt vom Lohn ab. Der Satz hängt von Ihrem Wohnkanton und Ihrer Familiensituation ab, eingeteilt in Tarifcodes: A für Alleinstehende, B für Paare mit einem Einkommen, C wenn beide arbeiten. Wichtig: Ab etwa 120'000 CHF Jahreseinkommen wechseln Sie im Folgejahr automatisch zur ordentlichen Steuererklärung. Der an der Quelle abgezogene Betrag wird dann zur Anzahlung, nicht zur endgültigen Abrechnung.

Die eigentliche Falle: die Krankenkassenprämie steht nicht auf der Lohnabrechnung

Hier ist, was zu selten klar gesagt wird. Die Grundversicherung ist in der Schweiz obligatorisch, doch ihre Prämie erscheint nicht auf Ihrer Lohnabrechnung. Es ist eine separate Monatsrechnung Ihrer Krankenkasse, zwischen 300 und 500 CHF pro Erwachsenen, je nach Kanton und gewählter Franchise. Die Folge ist direkt: Ihr ausgewiesener Nettolohn überschätzt das Geld, das Ihnen wirklich bleibt. Ein Netto von 6'500 CHF sinkt schnell auf 6'000 CHF, sobald die Prämie bezahlt ist, und deutlich tiefer nach Abzug der Miete.

Ein Rechenbeispiel, als Grössenordnung

Nehmen wir einen Bruttolohn von 8'000 CHF pro Monat, alleinstehend, an der Quelle besteuert.

  1. Brutto: 8'000 CHF
  2. Minus AHV/ALV: etwa 590 CHF
  3. Minus BVG: etwa 500 CHF
  4. Minus Quellensteuer: variabel, sagen wir 700 CHF
  5. Netto auf der Abrechnung: etwa 6'200 CHF
  6. Minus Krankenkassenprämie (ausserhalb der Abrechnung): etwa 400 CHF Es bleiben rund 5'800 CHF vor der Miete. Das sind Grössenordnungen. Ihre genauen Beträge hängen von Kanton, Alter und Kasse ab, zu prüfen auf estv.admin.ch und priminfo.admin.ch.

Vom Nettolohn zum frei verfügbaren Einkommen

Entscheidend ist nicht das Netto auf der Abrechnung. Entscheidend ist, was übrig bleibt, sobald Miete, Krankenkassenprämie, Verkehr und Steuern bezahlt sind. Zwei Angebote mit demselben Bruttolohn können je nach Wohngemeinde sehr unterschiedlich viel übrig lassen. Genau das berechnet unser Fragebogen: aus Ihrem Bruttolohn, Ihrer Situation und Ihrer Gemeinde schätzt er, was Ihnen jeden Monat wirklich im Budget bleibt. 👉 Berechnen Sie Ihr frei verfügbares Einkommen in wenigen Minuten.

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